Fliesen gehören zu den langlebigsten Bodenbelägen überhaupt — vorausgesetzt, sie werden richtig gepflegt. Was viele unterschätzen: nicht das falsche Produkt allein richtet Schaden an, sondern die falsche Anwendung über einen langen Zeitraum. Wir zeigen Ihnen, worauf es wirklich ankommt — aus der täglichen Praxis unserer Beratung in Deggendorf.
Warum die richtige Reinigung so wichtig ist
Fliesen sind robust, aber nicht unverwundbar. Vor allem die Fugen zwischen den Fliesen reagieren empfindlich auf falsche Reinigungsmittel. Säurehaltige oder stark alkalische Reiniger greifen zementgebundene Fugen an — zunächst unsichtbar, aber nach Monaten sieht man es: die Fugen werden porös, verfärben sich und beginnen zu bröckeln. Das Ergebnis ist ein Bad, das alt wirkt, obwohl die Fliesen eigentlich noch gut in Schuss sind.
Unsere wichtigste Empfehlung aus dem Alltag: pH-neutraler Fliesenreiniger. Er reinigt zuverlässig, schont die Fugen und ist im Fachhandel kaum teurer als herkömmliche Allzweckreiniger.
Die drei Reinigungsarten im Überblick
Im Alltag unterscheidet man drei verschiedene Arten der Fliesenreinigung. Jede hat ihre eigene Aufgabe und ihr eigenes Vorgehen.
1. Erstreinigung nach dem Verlegen
Die Erstreinigung ist der erste und wichtigste Schritt nach dem Verlegen und Verfugen. Dabei werden Bauschmutz, Kleberreste und Zementschleier entfernt — Rückstände, die oft kaum sichtbar sind, aber langfristig die Oberfläche und die spätere Reinigung beeinträchtigen.
So gehen Sie vor:
- Fliesen zunächst feucht-nass vorwischen
- Fugen anfeuchten, um sie vor dem Reinigungsmittel zu schützen
- Bei Bedarf geeigneten Zementschleierentferner verwenden — abgestimmt auf Fliesenart und Verschmutzungsgrad
- Abschließend gründlich mit klarem Wasser nachreinigen
Wichtig: Fragen Sie bei der Erstreinigung immer nach, welches Mittel zu Ihrer spezifischen Fliese passt. In unserer Ausstellung in Deggendorf beraten wir Sie gerne dazu.
2. Regelmäßige Unterhaltsreinigung
Im Alltag reicht bei trockenen Verschmutzungen das Kehren oder Saugen. Für die Nassreinigung genügt in den meisten Fällen warmes Wasser mit einem pH-neutralen Reiniger. Besonders in Bad und Dusche empfiehlt sich eine häufigere Reinigung, um Kalk- und Seifenrückstände zu vermeiden.
Unsere Tipps für die Unterhaltsreinigung:
- 1–2 Mal pro Woche kehren, saugen oder wischen
- Für den Wischvorgang ausschließlich pH-neutrale oder leicht alkalische Reiniger verwenden
- Reiniger kurz einwirken lassen, dann mit klarem Wasser nachreinigen
- Fugen bei Bedarf mit einer weichen Bürste oder einem Fugenreiniger behandeln
- Nach dem Duschen: Fliesen und Fugen mit kaltem Wasser abspühlen,
danach mit Abzieher oder Tuch trocknen.
3. Grundreinigung bei hartnäckigen Verschmutzungen
Bei stärkeren oder lang anhaltenden Rückständen — etwa nach einer Renovierung, beim Frühjahrsputz oder bei Kalkflecken die sich angesammelt haben — ist eine Grundreinigung sinnvoll. Dabei kommen stärkere Spezialreiniger zum Einsatz, die aber unbedingt auf den jeweiligen Fliesentyp abgestimmt sein müssen.
So gehen Sie vor:
- Fläche vorfeuchten
- Geeigneten Grundreiniger (je nach Verschmutzung alkalisch oder sauer) aufbringen
- Einwirkzeit beachten — laut Herstellerangabe
- Mit einer Bürste oder einem Wischmopp nacharbeiten
- Gründlich mit klarem Wasser nachreinigen
Welcher Reiniger für welche Fliese?
Nicht jeder Reiniger passt zu jeder Fliese. Das ist der häufigste Fehler den wir in der Beratung begegnen. Hier eine Übersicht:
- Feinsteinzeug und Keramik: pH-neutrale Reiniger für die Unterhaltsreinigung; bei Kalk leicht saure Reiniger.
- Naturstein (Marmor, Travertin, Schiefer): Ausschließlich pH-neutrale Reiniger verwenden — Säure greift Naturstein sofort an und hinterlässt Schäden die unter Umständen nicht mehr rückgängig zu machen sind.
- Mosaikfliesen: Weiche Bürste, kein Hochdruckreiniger — die vielen Fugen sind anfälliger.
- Glasfliesen: Glasreiniger oder pH-neutraler Reiniger, keine scheuernden Mittel.
Hausmittel beim Fliesenreinigen — was wirklich hilft
Essig und Zitronensäure werden häufig empfohlen — aber Vorsicht: Diese Hausmittel sind sauer und können zementgebundene Fugen dauerhaft schädigen. Auf Naturstein sollten sie niemals eingesetzt werden.
Was tatsächlich hilft:
- Backpulver mit etwas Wasser als Paste auf hartnäckige Fugenflecken — schonend und ohne Säure
- Dampfreiniger auf glatten Keramikflächen — ohne Zusatzmittel, hygienisch und fugenfreundlich
- Mikrofasertücher statt Schwämme — nehmen mehr Schmutz auf, hinterlassen weniger Rückstände
Imprägnierung und zusätzliche Pflege
Vor allem bei Naturstein und bei unbehandelten Keramikfliesen mit offener Oberfläche kann eine Imprägnierung sinnvoll sein. Sie verschließt die Poren, macht die Oberfläche flüssigkeitsabweisend und erleichtert die laufende Reinigung erheblich. Fugen lassen sich sehr schwer imprägnieren — Daher empfehlen wir Fugen zu verwenden, die bereits Wasser – und Schmutzabweisend sind. Diese sind auch beständig und unempfindlich gegen Haushalt-Säuren wie Essig- oder Chlorreiniger.
In unserer Ausstellung in Deggendorf zeigen wir Ihnen, welche Pflegeprodukte zu Ihren Fliesen passen — persönlich, konkret und ohne Aufwand.
Unsere Empfehlung aus der Praxis
Drei Regeln, die wir nach über 60 Jahren Erfahrung mit Fliesen jedem Kunden mitgeben:
- Weniger ist mehr! Generell kann man mit sehr wenig Reinigungsmittel, denselben Effekt erzielen.
- Im Zweifel lieber einen milderen Reiniger wählen — zu aggressiv ist häufiger das Problem als zu schwach.
- Fugen sind empfindlicher als Fliesen — wer die Fugen schützt, schützt das gesamte Erscheinungsbild.
Wenn Sie unsicher sind welches Mittel für Ihre Fliesen geeignet ist, kommen Sie einfach in unsere Ausstellung in Deggendorf. Wir beraten Sie kostenlos und ohne Termin.




